Mehr Schwimmangebote für Kinder: Neues Bundesprogramm startet
Knapp 60 Prozent der Zehnjährigen in Deutschland können nicht sicher schwimmen. Mit dem neuen Modellvorhaben „Deutschland lernt Schwimmen“ will der Bund das ändern und zusätzliche Schwimmangebote für Kinder ermöglichen. Das Bundeskanzleramt setzt das Programm gemeinsam mit dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) um. Für die Jahre 2026 bis 2029 sind bis zu 20 Millionen Euro vorgesehen. Mit dem ersten Förderaufruf können sich nun auch Schulen, Kitas und Vereine im Weserbergland um Unterstützung bewerben.
„Schwimmen zu können, ist keine Selbstverständlichkeit. Es darf aber auch keine Frage des Geldbeutels oder des Wohnorts sein, ob Kinder sicher schwimmen lernen. Denn Schwimmen zu können, kann Leben retten und entscheidet auch darüber, ob Kinder bei Klassenfahrten oder im Sommer am See selbstverständlich dabei sein können“, sagt der Bundestagsabgeordnete Johannes Schraps.
Das Programm umfasst drei Schwerpunkte. Im Mittelpunkt steht die Förderung von Kooperationen zwischen Schulen, Kitas, Ganztagseinrichtungen, Schwimmvereinen und DLRG-Gliederungen, die zusätzliche Wassergewöhnungs- und Schwimmlernangebote für Kinder schaffen. Unterstützt werden können beispielsweise zusätzliche Wasserzeiten, qualifiziertes Ausbildungspersonal, Transport- und Begleitangebote sowie inklusive Angebote. Darüber hinaus sollen regionale Schwimmlotsen in bis zu 15 Modellregionen die Zusammenarbeit vor Ort unterstützen. Neue Qualifizierungsangebote sollen außerdem dazu beitragen, mehr Menschen für die Schwimmausbildung zu gewinnen. Bestehende Angebote der Länder und Kommunen werden durch das Bundesprogramm ergänzt.
Wie wichtig eine gute Schwimmbadinfrastruktur ist, zeigt das Hallenbad am Einsiedlerbach in Hameln. Nach mehrjährigem Umbau hat es am 23. Oktober unter dem Namen „aquaEINS“ wieder geöffnet. Der Bund hat die Sanierung mit rund vier Millionen Euro unterstützt.
„Ich habe mich damals in Berlin für die Förderung des Hallenbads eingesetzt und mich deshalb besonders gefreut, bei der Wiedereröffnung dabei zu sein. Mit dem aquaEINS hat Hameln endlich wieder ein wichtiges Schwimmbad. Aber ein Bad allein reicht nicht, damit Kinder sicher schwimmen lernen. Es braucht auch genügend Schwimmkurse und Menschen, die sie anbieten. Genau hier setzt das neue Bundesprogramm an“, so Schraps.
Neben einer guten Infrastruktur ist das ehrenamtliche Engagement der Schwimmvereine und Rettungsorganisationen unverzichtbar. Ein Beispiel dafür ist die DLRG in Uslar, die in diesem Jahr ihr 75-jähriges Jubiläum feiert. Seit Jahrzehnten engagieren sich ihre Mitglieder für die Schwimmausbildung und die Sicherheit im und am Wasser.
„Ich würde mich freuen, wenn die neuen Fördermöglichkeiten auch bei uns in der Region genutzt werden und Schulen, Kitas, Vereine und DLRG-Gliederungen gemeinsam zusätzliche Schwimmangebote auf den Weg bringen können“, erklärt Schraps.
Lokale Kooperationen können ihre Anträge bis zum 31. Januar 2027 einreichen. Mit einer Bewilligung ist voraussichtlich im zweiten Quartal 2027 zu rechnen. Die geförderten Projekte müssen spätestens am 31. Dezember 2029 abgeschlossen sein.
Weitere Informationen zum Förderaufruf gibt es unter:
https://www.dsv.de/de/schwimmen-lernen/deutschland-lernt-schwimmen/